Apfelzeit am Niederrhein - Hochsaison auf dem Obsthof Unterweiden

Shownotes

Jetzt ist High Noon bei der Apfelernte: Auf dem Obsthof Unterweiden läuft die Saison auf Hochtouren. Von Anfang August bis Mitte Oktober kommen nach und nach die verschiedenen Sorten vom Baum, und gerade jetzt zeigt sich, wie gut das Apfeljahr wirklich wird.

In dieser Folge von „Frisch & Verwurzelt – Hofgeschichten vom Niederrhein“ spricht Moderator Thorsten Sleegers mit Philipp Panzer. Er führt den Obsthof Unterweiden in der nächsten Generation weiter und ist außerdem für das Kempener Obstgut verantwortlich.

Auch in den beiden Hofläden herrscht Hochbetrieb. Neben Äpfeln und anderen eigenen Früchten wartet dort ein großes, regional und saisonal zusammengestelltes Sortiment mit Produkten ausgewählter Erzeuger aus der Umgebung.

Es geht um modernen Obstbau, Wetterrisiken, Direktvermarktung, Regionalität und die Frage, wie man einen traditionsreichen Betrieb heute erfolgreich weiterentwickelt.

Obsthof Unterweiden

Unterweiden 140

47918 Tönisvorst

Telefon: 02151 994722

E-Mail: info@obsthof-unterweiden.de

Öffnungszeiten Hofladen:

Montag–Freitag: 9:00–18:00 Uhr

Samstag: 9:00–14:00 Uhr

Mehr Informationen zu Hof und Sortiment findet ihr auf der Website und bei Instagram.

Transkript anzeigen

00:00:00: Mmh, so schmeckt Heimat.

00:00:02: Vom Feld direkt auf den Tisch zwischen Obstbaum, Spargelbeet und saisonerler Küche Torstenzlegers erntet Hofgeschichten vom Niederrhein unsere Landwirtschaft unsere Region frisch und verwurzelt.

00:00:16: Ganz herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge.

00:00:18: Am Niederrhein ist ja gerade die Apfelsaison in vollem Gange, ich habe auch schon fleißig eingekauft dies Jahr bin immer noch dabei und bin ganz neugierig welche Äpfel und Böhren jetzt besonders gut schmecken und mache heute Station auf dem Obsthof Unterweiden.

00:00:32: Ja und wer aus der Region kommt der weiß natürlich dass hier ja eine der ersten Adressen ist wo man dann Einkaufwinds die Äpfeln gibt die Neuen und Philipp Panzer ist bei mir.

00:00:40: Hallo Philipp

00:00:41: Hallo Thorsten.

00:00:42: Ich freue mich sehr mal wieder bei euch zu sein, ich habe gerade schon so ein bisschen Erinnerung geschwelgt.

00:00:46: Ich war vor vielen Jahren da, warst du aber noch um einiges immer schonmal bei euch und hab als RTL-Reporte auf dem Feld gestanden mit deinem Vater Gahl und bin seitdem immer wieder sehr gerne bei euch.

00:00:56: Wir beide haben grad schon eine kleine Rundtour gemacht auch durch die Anlage.

00:01:00: werden wir gleich konkret darauf eingehen.

00:01:01: Die wichtigste Frage aber vorweg erstmal wie ist denn die Abfelsaison bei euch angelaufen?

00:01:06: Gut

00:01:06: bisher!

00:01:07: Wir hatten die ersten zweieinhalb Wochen Fast drei Wochen jetzt, gutes Wetter.

00:01:13: Wir sind gut vorwärts gekommen ist für uns immer wichtig der Staat das immer intensiv nach hinten raus wird es ein bisschen entspannter.

00:01:20: aber so haben wir einen ganz tollen Start gehabt.

00:01:23: Familienbetrieb heißt natürlich immer viel Arbeit.

00:01:26: wie war das bei dir Philipp in dem Moment wo du gesagt hast ich mache das auf jeden Fall und führe das was meine Eltern angefangen haben weiter?

00:01:33: oder gab's bei dir auch mal den Punkt wo du gedacht hast eigentlich würde ich doch komplett etwas anders machen beruflich

00:01:40: Ich glaub, komplett.

00:01:41: was anderes war jetzt nie so.

00:01:43: Aber es gab lange schon ... Oder es gab doch eine relativ lange Zeit in der ich gar nicht richtig wusste, was ich machen wollte, wo ich mir auch gar nicht einen Kopf drum gemacht hab.

00:01:53: mit Sicherheit dann die, ich sag mal, achte bis Zehnte Klasse oder so.

00:01:57: War das irgendwie alles ein bisschen egal?

00:01:59: Ich glaube, dass ist normal.

00:02:01: und dann habe ich irgendwann mich mal umgehört, da mussten wir im Praktikum machen, da habe ich dann mal gestartet auf ... Spurshof in Kampen und hab dann irgendwann mir den Ausbildungsplatz gesucht bei dem Apfelparadies, bei Schumacher Internus Forster.

00:02:17: Also ich war gar nicht weit weg.

00:02:18: Genau beim ApfelParadies war ich auch schon, beim Bernd Schumacker.

00:02:21: der hat mir nämlich verraten das du da schon aktiv warst genau.

00:02:25: Wann wurde denn so aus diesem Gedanken?

00:02:26: Ich könnte mir das ganz gut vorstellen.

00:02:28: tatsächlich so dieser Satz ich übernehme jetzt die Verantwortung für den Betrieb.

00:02:32: Glaubt gar nicht dass es da so den einen Moment gab.

00:02:34: also man macht ja seine Ausbildung... Irgendwann fängt man an, langsam im Betrieb mitzuarbeiten und beginnt die ersten Dinge zu übernehmen.

00:02:43: Und dann auf einmal passiert es doch relativ zügig und schnell.

00:02:48: Dann war auch schnell für mich klar ich möchte das weitermachen und ich möchte dass auch so umsetzen wie ich mir das vorstelle sondern entwickeln sich die eigenen Vorstellungen.

00:02:56: Ich glaube, wenn so die Neugeneration rankommt.

00:02:59: Es gibt ja, ich sag mal bei Bestandskunden sage ich mal oder so immer vielleicht noch ein bisschen den Vergleich auch zu früher.

00:03:05: also das kennt glaub ich jeder.

00:03:07: Dein Vater Karl hat ja den Betrieb über viele viele Jahre geprägt.

00:03:11: Wie viel Kahlpanzer steckt denn heute noch im Obsthof unter Weinbind?

00:03:14: Du das als Sohn jetzt mal so betrachtest?

00:03:16: Ja vielleicht von vorne weg müsste ich das anders sagen.

00:03:19: Also nicht Kahl Panzer stecken da drin sondern Das sind meine Eltern ganz klar als Team betrachten.

00:03:25: Die Geschichte Hofladen war immer viel in meiner Mutter und das kann man nicht an einer Person festmachen, sondern die beiden waren das Team was das ganze hier nach vorne gebracht haben, was mir wichtig wäre zu sagen und von Anfang an gab es vielleicht kleine Impulse die ich mit reingebracht habe aber das braucht schon relativ lange und da sind jetzt vielleicht die letzten drei vier Jahre wo vielleicht deutlicher dann zu erkennen ist dass auch was von Philipp Panzer drin ist, weil ich muss da rein wachsen.

00:03:55: Wir haben vorhin mal so eine kleine Rundtour gemacht wo ich auch schon Dinge gesehen habe wie der dies eben vor Jahren noch nicht gab die ihr jetzt bei der Ernte einsetzt.

00:04:03: Was war denn für dich so?

00:04:05: Ja Vision ist vielleicht übertrieben aber sowas wo du direkt gesagt hast also wenn ich jetzt den Betrieb übernehme Das ist mir besonders wichtig

00:04:12: Die Direktvermarktung und der Hofladen Also das ist etwas Da hab' ich richtig Bock drauf Und den direkten Kontakt zum Kunden und selber das Gefühl zu haben Es gibt kein direkteres Feedback als da in so einem Hofladen, auch wenn ich jetzt nicht selber im Laden stehe.

00:04:27: Ist das Feedback halt total gut?

00:04:28: Das heißt, ich kriege super schnell eine Resonanz und das ist ... Da hab' ich Bock drauf!

00:04:32: Also mal was auszuprobieren und aber auch einfach die Basics richtig gut zu machen.

00:04:40: Und deswegen... Das ist eigentlich so mein Steckenpferd und da würde ich auch sagen es rutscht jetzt so langsam das meiste meiner Handschrift mit rein.

00:04:47: Genau.

00:04:49: Ich habe gerade schon als wir unterwegs waren so im Auto durch die Plantage gesagt, dass man schmeckt es ja einfach.

00:04:54: Wir haben jetzt die glückliche Ausgangslage, die hier in der Region am Niederrhein wohnen.

00:04:58: Wir wissen, wir können irgendwie in die Hofläden fahren und man kann zum Direktvermarkter die Äpfel sich vor Ort angucken, sogar auch probieren und dann kaufen.

00:05:05: Das hast du jetzt nicht unbedingt in den Städten.

00:05:07: Wenn du da den Apfel oder die Birne aus dem Supermarktregal holst, bleibt der Geschmack oft auf der Strecke sicherlich nicht überall.

00:05:14: Aber wie würdest du sagen, wie ist so die Wertschätzung der Kunden?

00:05:18: Also viele Klagen.

00:05:19: Aber du hast schon gesagt also bei uns brummt der Hofladen nach wie vor.

00:05:23: Ja kann ich eigentlich nur bestätigen.

00:05:25: Ich glaube das Augenmerk ist ein anderes.

00:05:27: Unser Augenmerkt ist nicht die äußere Qualität sondern in erster Linie der Geschmack und dann gucken wir dass die äussere Qualitet auch passt.

00:05:34: aber da ist es der Hauptunterschied.

00:05:37: Wenn ich für den Lebensmittel Einzelhandel produzieren möchte, muss ich vorrangig nach aussehen und anderen Parametern produzieren.

00:05:45: Und der Geschmack bleibt irgendwie auf der Strecke, weil bis der Apfel im Laden liegt hat den keiner probiert!

00:05:50: Bei uns wird jeder Apfelsorte ausgiebig probiert in der Anlage – ich beiß in fünfzig Äpfel am Tag.

00:05:58: vielleicht ein bisschen übertrieben aber zwanzig sind es bestimmt bevor ich da überhaupt sage wir können jetzt reingehen.

00:06:04: Du

00:06:04: hast mir eben mal so ein bisschen gezeigt, was sich quasi hinter den Kulissen verändert hat.

00:06:08: Ihr habt eine riesige Halle umfunktioniert wo sortiert wird.

00:06:11: ihr habt riesige Kühlhäuser.

00:06:14: das ist jetzt auch sowas was nach und nach so entstanden ist.

00:06:17: also wie muss man sich das vorstellen um es vielleicht mal so relativ anschaulich für unsere Hörer zu erklären was da hinter dem Hofladen wenn man einmal über den Hof geht quasi backstage passiert gerade ja ganz

00:06:28: ganz viel Ernst.

00:06:30: natürlich hier ist es grad super wuselig.

00:06:32: Und dann kam dieses Frühjahr eigentlich das Bauprojekt dazu, wo wir die alte Kartoffelhalle umfunktioniert haben.

00:06:39: zur jetzt Apfelhalle.

00:06:41: Da haben wir Kühlräume reingebaut in denen wir unsere Äpfel lange lagern können.

00:06:45: Das heißt da sind riesige Kühlläume, die sind fünfzehn Meter lang, sechs Meter hoch und fünf Meter breit.

00:06:54: Davon sind sechs Stück.

00:06:56: Da können wir unsere äpfel reinstellen.

00:06:58: Dann werden sie gekühlt so kalt wie wir es haben wollen durch eine Kühlmaschine Und durch die Veränderung der Atmosphäre können wir die Äpfel dann auch noch länger lagern.

00:07:08: Das heißt, der Sauerstoffgehalt in diesen Zellen wird abgesenkt.

00:07:12: Der Apfel veratmet eigentlich genauso wie wir das tun.

00:07:15: Sauerstoffs und Reif beziehungsweise Alter dabei.

00:07:19: Wenn wir den Sauerstofgehalt absenken – ein ganz natürlicher Prozess – wird alles in diesem Apfel verlangsamt und damit hält er sich gut!

00:07:27: Also so eine Art ja Winterschlaf oder sowas wahrscheinlich, ne?

00:07:29: Genau wie ein Winterscharf.

00:07:31: Das ist eigentlich super.

00:07:32: also er fährt auf sein absolutes Minimum und dadurch reift der nicht so schnell nach und wir können fast das ganze Jahr Äpfel anbieten.

00:07:40: wenn ich sogar das ganze Ja.

00:07:41: das ist so ein bisschen unser Ziel.

00:07:43: Und da sind natürlich so Dinge die passieren im Hintergrund Die kriegt der Kunde im Hofladen gar nicht so richtig mit dass Wie viel nur Horder hinter steckt bis dann so einen Apfel erstmal ganzjährig verfügbar ist das ist keine Selbstverständlichkeit

00:07:55: Und dann vor allen Dingen auch noch so schmeckt, als wäre er gerade vom Baum gekommen.

00:07:58: Das ist unser Ziel, genau?

00:07:59: Ja ja, sich ganz bestätigen!

00:08:01: Ich bin ein großer Apple-Fan.

00:08:03: jetzt sind wir grad mal in die Anlage gefahren.

00:08:05: da sind die Kollegen grade richtig nass geworden weil es ziehen grad so ein paar dicke Wolken hier über die Felder und die Obstplantage aber die machen der Tapfer weiter.

00:08:15: Da gibt's ja auch den Spruch.

00:08:16: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

00:08:18: und du hast schon gesagt bei uns beim Kaffee gibts immer den Hinweis Jungs nehmt euch was zum drüberziehen mit.

00:08:22: Jetzt habt ihr eine ganz neue Maschine dazwischen in den Anlagen stehen.

00:08:25: Was hat es damit auf sich?

00:08:27: Apfelernte war nie.

00:08:29: also wenn man das vergleicht vielleicht zum Spargel oder Erdbeeren in der herkömmlichen Art und Weise nie.

00:08:33: die schlimmste Arbeit aber ist natürlich für unseren Riesenthema Arbeitskräfte Mitarbeiter zu generieren, die Lust haben auf diese Arbeit.

00:08:43: Oft kommen sie aus Polen und Rumänien aber man sagt schon viele Jahre in deutscher würde es irgendwie nicht mehr machen.

00:08:49: und wir haben uns halt jetzt gedacht Wir müssen irgendwas tun.

00:08:52: und ein Hersteller hat eine Maschine angeboten bei der man auch verschiedene Arbeitshöhen Arbeitspositionen hat, auf denen man dann die Äpfel pflückt.

00:09:02: Man pflügt sie vom Baum direkt auf ein riesengroßes Ernteband und das übernimmt dann das Abfüll in die Kiste wobei davor war es immer so dass der Erntehelfer den Apfel oder die Birne direkt vorm Baum bis in die kiste transportiert hat.

00:09:16: Das heißt er hat einen sehr langen Weg gemacht musste sich beugen, musste sich bücken und all das haben wir eigentlich durch diese Maschine.

00:09:23: jetzt konnten wir ja abstellen Sodass wir glauben, dass wir für unsere Jungs da draußen gerade einen richtig coolen Arbeitsplatz geschaffen haben.

00:09:33: Rückenfreundlich vor allen Dingen, das ging ja rubelig katz.

00:09:36: Also wir haben gerade so ein paar Video-Aufnahmen gemacht.

00:09:39: für ein schönes Instagram-Reader kann man es dann nochmal sehen wie's da aussieht auf dem Feld.

00:09:43: jetzt ist es ja für dich sage ich auch mal jede Menge Stress denn das ist ja nicht das einzige.

00:09:48: du hast zwei Betriebe für die du verantwortlich bist.

00:09:51: den der eine oder andere hat vielleicht in den regionalen Zeitungen im Camp unter Umgebung schon lesen können.

00:09:56: Du hast auch das Obstgut hart übernommen.

00:10:01: Wie fühlt sich das an?

00:10:02: ... so große Betriebe verantwortlich zu sein?

00:10:06: Es ist eine sehr große Verantwortung.

00:10:08: Habe ich auch mit Sicherheit oft ein bisschen Bammel vor, ... ... wobei jetzt hat sich es ein bisschen eingegroovt.

00:10:14: Jetzt bin ich da ein bisschen ruhiger geworden zum Glück!

00:10:18: Wie würdest du sagen unterscheiden sich jetzt die Betrieben?

00:10:20: Pendelst Du dann hin und her oder hast Du da Dein Team, die im Grunde für das OBS-Gut zuständig sind... Also es ist ja unmittelbar am Campenausenring liegt das Obsguthia?

00:10:30: Ja.

00:10:31: Die... Tochter vom ehemaligen Betriebsinhaber, die Isabel Hart.

00:10:35: Die ist für uns da als Betriebesleiterin.

00:10:37: also die arbeitet dort und kümmert sich um das tägliche Geschäft.

00:10:40: Das heißt es jetzt für mich nicht dass ich da alle zwei Stunden sein muss sondern die macht das super!

00:10:45: Und kümmelt sich eigentlich um den Hofladen, um die Ernte, um eine gute Organisation hinbekommen

00:10:56: haben.

00:10:56: Ja, was ich so im Rahmen dieser Podcastreihe auch immer wieder so gehört oder erzählt bekommen habe dass sowieso die Direktvermarkter hier am Niederrhein ja sehr eng zusammenarbeitet also sehr gut auch vernetzt sind.

00:11:08: das ist auch glaube ich etwas was im Grunde und das wird's wahrscheinlich auch nicht so gut funktionieren oder?

00:11:13: Ja, wir quatschen alle untereinander und wir helfen uns vor allem auf was so Maschinen angeht.

00:11:22: In schwierigeren Situationen helfen wir uns nochmal gegenseitig und das ist richtig cool eigentlich.

00:11:27: Schön, so soll es sein!

00:11:29: Wie ist es denn?

00:11:30: Ich meine man kann natürlich zu euch kommen in der Direktvermarktung im Hofladen einkaufen aber ihr beliefert ja auch andere Betriebe Supermärkte wo gehen eure Äpfel und Birnen was ja euer Hauptstampion ist sozusagen überall hin.

00:11:44: Also wir haben die zwei Hofläden einmal hier unten kämpfen Und dann beliefern wir zusätzlich noch supermärkte Edekars Globus hier in der Region mit unseren Äpfeln und Birnen, in der Hauptsache.

00:11:56: Und dann haben wir zusätzlich noch ein bisschen was, das auch schon mal in eine Großkiste an einen großen Vermarkter weggeht wo wir dann quasi gar nicht selber die Äpfel aufbereiten oder verpacken sondern die werden quasi in einer Erntebox wie du das gesehen hast Dann später auch verkauft.

00:12:13: So haben eigentlich alle Standbeine dabei hilft in manchen Jahren schonmal Manchmal ist es auch nervig.

00:12:20: Wir haben jetzt in den letzten Jahren ein klein bisschen Fläche reduziert.

00:12:23: dann, wo wir gesagt haben, Altanlagen mit Sorten, die nicht mehr so interessant sind... Lass uns jetzt erstmal ein paar Jahre unbestellt!

00:12:31: Der Fokus ist ganz klar für die nächsten Jahre, die direkt vom Markt und die Hofläden das steckenpferd für etwas gepusht werden soll.

00:12:39: Kommen wir mal so ganz gezielt zur Apfelernte.

00:12:41: Wenn so die ersten Äpfel reif werden, ist es immer noch so einen ganz besonderen Moment für dich?

00:12:46: Für deine Frau oder die Familie.

00:12:48: Er ist es einfach Routine.

00:12:49: Nein, ganz so gar nicht!

00:12:50: Gibt's immer noch die Emotionen?

00:12:51: Ja

00:12:52: wenn du meine Frau fragst dann hat die vor dem ganzen Jahr keine Sorge.

00:12:56: aber vor der Apfelernte bin ich zwei Wochen davor und da hat vielleicht die ersten zwei Wochen schon sehr aufgekratzt und angespannt.

00:13:03: also das ist eine Aufregung aber auch eine positive Aufregungen weil man sich darauf freut.

00:13:09: Dann gehts schon gut ab hier.

00:13:11: Da ist der Rest des Jahres, es ist ja auch gut zu tun.

00:13:16: Kein nun sozusagen.

00:13:18: Wenn dann alles ineinander greift, ist das cool.

00:13:20: Wenn zu viele Probleme gleichzeitig entstehen kann es auch immer anstrengend werden.

00:13:23: Ja aber ich kann mir vorstellen ihr habt ja wahrscheinlich auch eure Aufgaben klar abgegrenzt wer sich um was kümmert weil einer allein oder eine alleine kannst du ja gar nicht schaffen.

00:13:31: Nein wir haben ein Riesenteam hier und jeder hat das trägt zu seinem Puzzleteil bei.

00:13:37: Das gut!

00:13:38: Was entscheidet denn so am Ende darüber ob ihr von einer guten oder schwierigen Apfelsaison sprecht?

00:13:45: Ob da Wetter in der Rolle spielt oder wahrscheinlich ja auch, also da gibt es ja wahrscheinlich Herausforderungen.

00:13:49: Ja muss ich gerade eine kleine Sekunde nachdenken.

00:13:53: Ich würde das aufteilen in zwei Seiten.

00:13:54: Also es gibt einmal die gute Apfelsaison draußen bis der Apfel dann in der Kiste ist.

00:14:00: Da ist das Wetter natürlich ein riesen Einfluss Faktor wobei wir natürlich nach und nach versuchen die einzelnen Einflüsse von Wetter wie zum Beispiel den Frost.

00:14:09: Da können wir gegenarbeiten.

00:14:10: Wir haben ne Frostschutzberegnung Der Hagel, wir haben mittlerweile einen Großteil unserer Apfel- und Birnenplantagen unter Hagelnetzen.

00:14:19: Das heißt die sind davor geschützt.

00:14:20: dann hat sich die letzten Jahre schon mal die Sonne negativ ausgespielt.

00:14:25: Die kann dafür sorgen dass so ein Apfel verbrennt.

00:14:28: Da halt das Hagelnetz was eigentlich damals für den Hagel gebaut ist ein riesen Vorteil.

00:14:32: Wir können mit unsere Bewässerung auch kühlen Trockner Sommer wie dieses Jahr Bewässerungen wieder.

00:14:38: Also wir versuchen gegen diese extreme Gegend zu steuern.

00:14:43: Aber natürlich hat das Wetter einen Einfluss.

00:14:45: Das ist unser Hauptfaktor draußen, dass Wetter eigentlich alles andere kriegen wir schon irgendwie hin.

00:14:53: Da ist sehr viel Manpower und Personal auch hinter.

00:14:55: aber wir haben ein gutes Team.

00:14:56: die kommen im Winter zum Bäume schneiden, die kommen früher zum Pflegearbeiten in der Plantage.

00:15:02: Im Sommer dann pflücken wir Äpfel vor der Ernte ab.

00:15:05: Also nennt sich Handausdünnung, d.h.

00:15:07: da ist es auf einem Baum... ... dreißig Äpfel zu viel, die nehmen wir mit der Hand runter schon im Frühsommer und Sommer.

00:15:13: Und dann kommt die Ernte.

00:15:14: Also da ist das ganze Jahr Arbeit!

00:15:16: Und die zweite Seite wäre ja dann quasi... Die Seite des Verkaufs, da spielt ja auch immer so eine Marktwirtschaft eine Rolle.

00:15:23: Wenn man jetzt letztes Jahr sieht haben wir ein super Jahr in der Anlage gehabt.

00:15:26: Haben tolle Ernte mit tollen Qualitäten eingefahren aber der Markt europaweit war total überschwemmt was natürlich für die Apfelpreise negativ ist.

00:15:34: ... für den Hofladen, das ist auch nur wieder ein Plus.

00:15:37: Für den Hof laden machen wir diese Schwankungen gar nicht so mit weil wir sagen... ... wir haben dasselbe Produkt und wir bieten es an und unser Kunde kriegt das.

00:15:45: in einem Jahr wo die Äpfel teuer sind, kriegt er es hier günstiger als woanders?

00:15:48: Und in einem anderen Jahr musst du vielleicht einen Cent mehr bezahlen als im Supermarkt oder ein paar Cent mehr bezahlen als dem Supermarkt aber hat dafür das gleiche.

00:15:56: Aber wenn wir dann über so Großhandelsvermarktung sprechen, dann waren die Preise völlig im Keller.

00:16:03: Ich finde ja immer die Passent lohnt sich geschmacklich immer.

00:16:06: Also ist mein Standpunkt so.

00:16:08: Du sagst schon, vieles ist einfacher geworden oder es gibt viele Vorkehrungen wie die Hagelnetze oder Schutz vor extremen Wetter.

00:16:14: Insgesamt hat sich ja glaube ich auch in den letzten Jahren technisch generell viel getan bei der Apfelernte sei es nun das Band dieses kleine Laufband was da bei der

00:16:22: Pluto heißt.

00:16:23: Pluto

00:16:23: heiße genau!

00:16:24: Ich fand das super wo die Kollegen flücken sich nicht mehr bücken müssen dann die die Ernte drauflegen und das geht direkt in die Kisten rein.

00:16:31: Das heisst es ist schon eine Menge Technik drin bevor der Apfel letztendlich vorne im Hofladen liegt.

00:16:36: kann man so sagen Ja,

00:16:38: das ist so.

00:16:39: Okay ja spannend!

00:16:41: Du sagst gerade schon die Direktvermarktung ist ein ganz ganz wichtiger Teil eures Geschäfts.

00:16:45: warum funktioniert denn das am Niederrhein besonders gut?

00:16:49: Weil ich habe bisher wirklich nur positives Feedback Von Betrieben gehört, wo wir im Rahmen unserer Podcast-Reihe frisch und verwurzelt unterwegs waren.

00:16:58: Die sagen die Direktvermarktung ist super!

00:17:00: Und da merkt man das ganz viel Herzblut drin weil ich glaube einfach auch der direkte Kontakt zum Kunden ist wahrscheinlich gut wird zu sagen hat er Niederrhein auch so eine besondere Stellung?

00:17:09: Ganz erklären kann ich das nicht unbedingt.

00:17:11: Ich würde jetzt sagen Wir haben ja hier in NRW wenn man jetzt mal bis zum Ruhrgebiet schaut Haben natürlich eine unfassbare Menge an Menschen hier direkt vor der Haustür.

00:17:19: Das ist ein Riesenvorteil.

00:17:21: Wir haben jetzt was Tönesforst und den Niederrhein angeht, auch nochmal wirklich ein Standortvorteil für so alle Kulturen.

00:17:29: Also wenn man sich hier mal durch die Felder fährt dann sieht man ja alles ob das Zwiebel Gemüse in allen Farbenformen und Variationen Obst ist es.

00:17:38: also man sieht ja hier alles Das kommt ein bisschen durch den.

00:17:41: wir haben gute Böden, wir haben die Verfügbarkeit von Wasser.

00:17:43: Also das würde ich auch mit reinspielen denke ich dass wir einfach einen standort vorteil.

00:17:47: und die Menge an Verbraucher

00:17:49: Man bekommt ja oft mit, wenn man auch mal die Nachrichten schaut oder liest.

00:17:53: Dass es natürlich in der Landwirtschaft auch immer große Herausforderungen gibt – ich denke zum Beispiel gerade an die Milchbetriebe.

00:17:59: Wie sieht das bei euch aus?

00:18:00: Gerade so regionale Betriebe, Thema Preisdruck, Konkurrenz mit den großen Handelsketten?

00:18:06: kriegt ihr das auch zu spüren?

00:18:08: Oder ist das jetzt im eurem Fall hier was wo du sagst?

00:18:12: Das berührt uns eigentlich gar nicht so!

00:18:14: doch das berührt uns definitiv.

00:18:16: also wer sich jetzt die kostenseite mal anguckt weiß dass vor.

00:18:20: ich bin überhaupt nicht gegen den mindestlohn aber man muss auch einfach sehen, dass wir in den letzten ich glaube zwölf ja ich weiß nicht wann der genau eingeführt wurde ist.

00:18:30: Aber sind wir haben fast eine Verdopplung unseres Protholons denen wir zahlen müssen riesig gestiegene abgaben soziale abgabe und all das.

00:18:42: Das ist natürlich, man muss so eine Branche erst mal mit umgehen.

00:18:45: Also innerhalb von... Wir reden jetzt nicht über zwanzig oder fünfzwanzig Jahre sondern wir reden über zehn Jahre ne Verdopplung der Gehälter!

00:18:52: Wo kommt das her?

00:18:54: Auf der Verkaufsseite sieht man das nicht.

00:18:56: wenn ich jetzt einen Betrieb bin der alles in die Großkiste flückt und die Großkäste zum Vermarkter bringt so wie das vielleicht vor zwanziger Jahren noch sehr viele Betriebe auch hier in der Region gemacht haben den alle weg also die gibt es nicht mehr.

00:19:09: Das funktioniert nur so wie wir das hier machen und daher kommt vielleicht auch die Dreckvermarktung ein bisschen aus der Not, muss man auch so sagen.

00:19:18: Ja, man kann wirklich nur appellieren einfach mal vorbeizuschauen.

00:19:21: ich finde auch wenn man durch den Hofladen schlendert er wirklich so vielseitig ist da es so einladend und ich bin ja riesengroßer Elster-Fan beim Apfel.

00:19:29: Ich mag diese leichte Säure sehr gerne.

00:19:32: damit wären wir schon bei dem Thema.

00:19:33: also welche Sorten sind denn jetzt schon am Start?

00:19:36: oder sind schon alle am start?

00:19:37: Wie sieht's aus?

00:19:38: aktuell

00:19:40: sind schon soweit, dass wir die erste Sorte nicht mehr haben.

00:19:42: Das ist die Sommersorte der Delba.

00:19:44: Der läuft jetzt Ende dieser Woche wahrscheinlich aus.

00:19:47: Ist unsere erste Sommersorte – der läuft dann schon wieder aus!

00:19:50: Wir haben jetzt Elster geerntet und gerade Frisch-Gala geerntete.

00:19:53: Wir sind dabei, die ersten Welland & Rubinette zu ernten.

00:19:59: Kommen jetzt in den nächsten Tagen in den Hofladen Birnen sind.

00:20:04: Die Konferenz birnen da.

00:20:05: Dann haben wir eine neue, die ist die Easy Birne hat sich Isabel Hart ausgedacht, den Namen ist total cool so eine kleine Snackbirne.

00:20:14: Wir erwarten jetzt zwei neue Sorten.

00:20:16: in Snapdragon gab es schon zwei Jahre im Laden und dann gibt's noch ne neue Sorte.

00:20:21: Bloss heißt die.

00:20:22: hier wird ab diesem Jahr etwas mehr geben.

00:20:25: also wir versuchen jetzt gerade auch ein bisschen was Neues reinzubringen

00:20:28: Das

00:20:28: Karussell mal zu drehen.

00:20:30: Ja, das hört sich auf jeden Fall sehr drin dir an alles super wenn du jetzt mal so zehn Jahre nach vorne blickst.

00:20:35: wir gucken jetzt einfach mal ein bisschen in die Glaskugel.

00:20:37: wie sollen denn der Obsthof unterweiten und auch das Kämpnerobst gut deiner Ansicht nach aussehen?

00:20:44: oder was möchtest Du mit deinem Team Deiner Frau bis dahin erreicht haben?

00:20:49: Da ich mir jetzt Gedanken drüber

00:20:50: habe.

00:20:51: Ja, du darfst ruhig nachdenken.

00:20:52: im Podcast haben wir Zeit.

00:20:53: das ist ja Schöne!

00:20:54: Die Frage stelle ich übrigens jedem am Ende.

00:20:56: Ich hab dich nicht vorgewarnt, ich gebe es zu.

00:20:59: Also ich hab tatsächlich relativ konkrete Pläne über die ich hier aber noch nicht alle sprechen kann.

00:21:04: also was jetzt den Obst so von dabei denn das kämpft auch gut angeht.

00:21:07: dafür gibt's für mich schon eine kleine Vision wo läuft schon ein bisschen zusammen.

00:21:14: Das wird ein großes Team und das wird sich irgendwie mehr und mehr fusionieren, es klappt nicht alles vom einen auf das andere ja... Ich möchte da einfach diese Kreativität halten dass wir mit einem relativ einfachen Produkt wie der Apfel ist gibt's überall trotzdem so interessant sind dass der Kunde zu uns Äpfel kaufen kommt weil hier gibt's Sorten die gibt's woanders nicht, hier schmecken sie besser.

00:21:37: und darüber einfach also mit nem einfachem Produkt trotzdem ein bisschen cool und fancy sein.

00:21:43: Das war so ein bisschen der Gedanke.

00:21:44: Cooles Schlusswort, finde ich auf jeden Fall.

00:21:46: und wenn es dann die großen Neuerungen gibt, dann sitzen wir einfach vielleicht mal wieder zusammen plaudern im Podcast drüber, Philipp Panzer!

00:21:52: Ich fand's richtig, richtig spannend was jetzt gerade bei euch auf dem Hof alles passiert in den Hofläden und wünsche euch auf jeden fall.

00:21:59: für deine Ideen oder eure Ideen muss ich sagen ihr seid ein großes Team.

00:22:02: du hast es selber gedacht nur das beste Ja und freue mich jetzt auf den ersten Elster der Saison.

00:22:08: Ich habe tatsächlich noch keinen gehabt, ich bin auch nicht dazu gekommen!

00:22:10: Vielen Dank!

00:22:11: Dann wünsche dir viel Spaß und danke

00:22:27: dir!

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