Hofladen Schrievers: Freilandspargel, Familienhof & frische Ideen

Shownotes

In dieser Folge von „Frisch & Verwurzelt – Hofgeschichten vom Niederrhein“ geht es nach Wachtendonk-Wankum zum Hofladen Schrievers. Thorsten Sleegers trifft Bernd und Ute Schrievers und spricht mit ihnen über ihren besonderen Weg: vom klassischen landwirtschaftlichen Betrieb mit Tomaten, Schnittblumen und viel täglicher Arbeit hin zu einem Hofladen, der heute für Direktvermarktung, regionale Produkte und echte Familiengeschichte steht.

Dabei wird schnell klar: Der Hofladen Schrievers ist mehr als nur ein Ort zum Einkaufen. Hier geht es um Nähe zu den Menschen, um Vertrauen in gute Lebensmittel und um Landwirtschaft, die man sehen, riechen und erleben kann. Bernd und Ute Schrievers erzählen, wie sich ihr Betrieb über die Jahre entwickelt hat, warum ihnen der direkte Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden so wichtig ist — und wie viel Herzblut in jedem einzelnen Produkt steckt.

Passend zur Saison spielt natürlich auch der Spargel eine große Rolle. Die Familie Schrievers setzt ausschließlich auf Freilandspargel ohne Abdeckung. Warum genau das den Geschmack besonders macht, was diese Anbauweise für die tägliche Arbeit bedeutet und weshalb manche Kundinnen und Kunden dafür sogar von weiter her anreisen, ist ebenfalls Thema dieser Episode.

Eine Hofgeschichte über Mut, Regionalität, Familienzusammenhalt, ehrliche Lebensmittel und darüber, warum der Einkauf direkt vom Hof viel mehr ist als nur der Griff ins Gemüseregal.

Links zum Hofladen Schrievers

Website: https://www.hofladen-schrievers.de

Instagram: https://www.instagram.com/hofladen_schrievers

Facebook: https://www.facebook.com/Hofladen.Schrievers

Adresse:

Hofladen Schrievers Harzbeckerstr. 2 47669 Wachtendonk-Wankum

Kontakt:

E-Mail: info@hofladen-schrievers.de Telefon: 02836 / 97 27 64

Öffnungszeiten Hofladen:

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag: 08:00 Uhr bis 12:30 Uhr und 15:00 Uhr bis 18:30 Uhr

Mittwoch: geschlossen

Samstag: 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr

In der Spargelsaison ist der Hofladen zusätzlich Sonn- und Feiertags von 09:00 bis 14:00 Uhr geöffnet.

Der Verkaufsautomat in der Hütte hat 24h/7Tage die Woche für Sie geöffent!

Transkript anzeigen

00:00:00: Mmh, so schmeckt Heimat.

00:00:02: Vom Feld direkt auf den Tisch zwischen Obstbaum, Spargelbeet und saisonerler Küche Torstenzlegers erntet Hofgeschichten vom Niederrhein unsere Landwirtschaft unsere Region frisch und verwurzelt.

00:00:17: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:18: Heute bin ich zu Gast auf dem Schrievershof in Wachtendonk, einem Hof, auf den man sieht wie viel Familienarbeit Mut und Leidenschaft in der modernen Direktvermarktung steckt.

00:00:29: und Bernd & Ute-Schrievers, die ja im Grunde so ein bisschen in ein kleines Abenteuer gestartet sind damals erst mal sehr schön.

00:00:35: Herzlichen Dank für die Einladung!

00:00:36: Ich freue mich sehr.

00:00:37: Wir freuen uns auch.

00:00:39: Wenn man hier auf Ihren Hof kommt, ich bin gerade so rasant auf den Hof gefahren und habe dann quasi vor dem Spargel bin ich zum Stehen gekommen.

00:00:45: Hier ist gerade Hoch-Saison bei Ihnen was man aber auch direkt merkt es nicht nur ein Verkaufsort.

00:00:50: hier ist ganz viel Leidenschaft drin Und auch spannend denn das war ja nicht das was Sie ursprünglich mal gemacht haben.

00:00:57: Wie ging denn das los mit Ihnen hier auf dem Hof?

00:00:59: Ja also wir hatten eigentlich unser festen Jobs waren beide im öffentlichen Dienst tätig und irgendwann haben wir gesagt Den Gartenbau haben wir immer schon neben Erwerb betrieben und haben gesagt, dass wir irgendwas noch auf die Beine stellen.

00:01:16: Wir wollen unseren Nebenerwerb einfach als Hauptberuf erweitern.

00:01:23: Und dann haben wir uns im Jahr zwei Tausendfünf selbstständig gemacht mit Produktionen von Schnittblumen.

00:01:30: Die Direktvermarktung haben wir ja immer so im Hinterkopf gehabt, haben uns aber vielleicht nicht direkt getraut das durchzuziehen.

00:01:37: Und somit haben wir aber den Hofladen eröffnet und die Direktvermarkte

00:01:45: angefangen.

00:01:46: Der gehört ja wahrscheinlich auch eine Menge Mut dazu, Frau Schrievers.

00:01:48: Also gerade wenn man so vor einem ganz anderen Beruf unterwegs war, man entscheidet sich dann dazu einen landwirtschaftlichen Betrieb den Hof laden direkt Vermarktung übernehmen.

00:01:59: wie viel Mut hat sie das damals gekostet aus einem Job im öffentlichen Dienst hier quasi in Anführungszeichen aufs Land zu gehen?

00:02:05: Also auf Land habe ich ja vorher schon gewohnt, so ist es ja nicht.

00:02:09: Aber ja das war schon eine Umstellung nur... Das passiert ja nicht von heute auf morgen!

00:02:13: Man wächst ja da rein.

00:02:16: Es wird langsam immer mehr, bis wir festgestellt haben.

00:02:18: Oh es ist jetzt viel zu viel um das noch neben den Jobs irgendwie zu bewerkstelligen und haben uns dann entschieden okay dann machen wir uns jetzt selbstständig wir legen die Jobs nieder und machen nur noch dass wirklich unter dem Motto träume nicht dein Leben lebe deinen Traum ist.

00:02:34: so ein Kalenderspruch trifft auf uns aber echt zu.

00:02:38: Als wir das so gesagt haben, haben auch viele gesagt ihr seid total bekloppt.

00:02:41: Ihr macht euch jetzt selbstständig und ihr könnt doch nicht an Betrieb aufbauen.

00:02:47: Aber ich sage mal wenn man das mit zwei Mann wirklich will und da voll hinter steht natürlich sind auch immer Phasen wo man sagt haben wir uns da wirklich gut überlegt aber man baut sich gegenseitig auf Und ich glaube, man muss auch mal zurückblicken und wenn wir das jetzt tun dann können wir wirklich stolz auf das sein was wir in den letzten Jahren geleistet haben.

00:03:07: Ich habe in dieser Podcast-Reihe frisch und verwurzelt schon mit vielen Kolleginnen und Kollegen gesprochen und da war es ganz oft so ja dass der Beruf ein bisschen mit in die Wiege gelegt wurde, dass ganz viele schon wussten oh das mache ich auch!

00:03:18: Was wollen wir uns Papa machen?

00:03:20: Aber das war aber ihnen nicht wirklich so Herr Schrievers.

00:03:22: wann wurde für sie klar?

00:03:24: Ne also das ist genau mein Ding was sich denn zukünftig machen will.

00:03:27: Meine Mutter wollte immer, dass ich Elektriker werde, weil sie auch einen Monat angefangen haben tatsächlich.

00:03:31: Ich mache das viel.

00:03:32: bei meinem Bruder hat es auch und ja da bin ich so reingedrängt worden vielleicht ein bisschen und dann habe ich aber nach vier Wochen gesagt nein!

00:03:38: Ich möchte es nicht, ich möchte draußen in der Natur mit Pflanzen arbeiten.

00:03:43: Hab dann meine Gärtner Lehre abgeschlossen und das war bis heute auch nie... hab' ich auch nie bereut bis heute Und dass das nachher hier zu Hause dann alles noch zusätzlich kam, ja.

00:03:54: Das hat sich dann so ergeben ist so gewachsen und es macht einfach Spaß mit der Natur so zu arbeiten.

00:04:00: Hab ihn eben schon als ich zu ihm gekommen bin erzählt.

00:04:03: Ich bin also eigentlich mein Leben lang immer schon als Kind an dem Hof vorbeigefahren weil ich nämlich früher mit meinen Eltern nach Walbeck zum Schwimmen gefahren bin.

00:04:10: Das war immer die kurze Route.

00:04:12: Darum ist mir der Hof natürlich total präsent und ich weiß auch das ist eine lange Tradition die dahinter steckt.

00:04:18: trotzdem Ja, gehört ja schon denke ich eine Menge Arbeit dazu oder auch Verantwortung zu sagen.

00:04:23: Wir führen jetzt die Tradition des Hofes weiter um den ja auch zukunftsfähig zu machen.

00:04:28: denn Landwirtschaft im Jahr twenty-sixundzwanzig habe ich auch schon aufgehört ist ja ne echte Challenge geworden auch.

00:04:35: Oder wie sehen Sie das?

00:04:37: Es wird schwieriger natürlich, man muss mit der Zeit gehen.

00:04:40: Wir haben irgendwann unser Heizsystem umgestellt auf CO-neutrales Heizen wir haben ein Energiesparhaus gebaut um ja mit dem mit der zeit zu gehen und auch irgendwo ja dann konkurrenzfähig zu bleiben.

00:04:54: Wir bedienen hier bei uns halt wirklich eine Nische mit der Direktvermarktung, so viele Direkt-Vermarkter wie wir das machen gibt es tatsächlich nicht.

00:05:03: wenn man so auf den Markt schaut gibt es viele Händler mittlerweile die ihre Waren gar nicht mehr selber produzieren sondern zukaufen und dann halt da anbieten.

00:05:13: Wir machen wirklich sehr viel selber hier bei.

00:05:21: Ich denke, das ist auch so ein bisschen unser Erfolgsrezept.

00:05:24: Wenn der Kunde hier bei uns kommt, er sagt dann, wenn jemand neu kommt, ach das aber schön.

00:05:28: und ja was macht da denn alles selber?

00:05:30: Und wir haben auch an unseren Produkten dran stehen, eigener Anbau und dann sind viele Leute sehr erstaunt, was wird tatsächlich alles selber machen.

00:05:39: Manche kaufen auch tatsächlich gezielt danach ein.

00:05:42: also die nehmen auch nochmal so neben Produkt mit, aber die kommen wirklich für unsere Sachen, die wir hier anbauen.

00:05:49: Ja, es ist nicht einfach natürlich.

00:05:53: Wir haben auch mit Preisdruck und Mindestlohn wie alle anderen zu kämpfen keine Frage.

00:05:58: aber dadurch dass wir den direkten Austausch mit dem Kunden haben und nicht irgendein Zwischenhändler bedienen müssen kriegen wir den Kunden das wirklich sehr gut vermarktet.

00:06:07: und ganz im Gegenteil wir kriegen sogar manchmal noch die Info Mensch und bei der ganzen Arbeit dann könnte das für den Preis anbieten.

00:06:13: Das ist ja toll.

00:06:14: also Die würdigen da schon hier bei uns

00:06:17: Ja, so soll's ja auch sein.

00:06:18: Was ich ja auch ganz spannend finde Herr Schrievers das haben Sie mir im ersten Telefonat erzählt als wir gesagt haben Mensch willkommen mal vorbei mit frisch und verwurzelt.

00:06:26: der Spargel Der ist nicht unter der Folie.

00:06:28: dass es richtiger Freiland-Anbau.

00:06:31: Ich glaube auch noch ein bisschen an Alleinstellungsmerkmale weil das machen nicht so viele

00:06:35: Nee, das machen fast gar keine mehr.

00:06:38: Aber den haben wir dieses Jahr von der Familie Funken übernommen die schon über dreißig Jahre den Spargeln machen wo ich seit Kind mit fünfzehn Jahren selber schon angefangen hat zu stechen, mit geholfen habe nach der Schule und die haben es wirklich immer so durchgezogen den komplett ohne Folie anzubauen.

00:06:55: Wenn man die Fälle mittlerweile sieht, die mit Folie übersät sind ob es in der heutigen Zeit noch Sinn macht weiß ich nicht.

00:07:07: Die haben die Kundschaft einfach so erzogen Der Spargel hat ein bisschen blau-spitzen, wenn er mal das Licht gesehen hat.

00:07:13: Dadurch ist aber noch ein bisschen schmacksintensiver und die Leute fragen wirklich nach diesen Spargeln und kommen gezielt dafür auch hier hin.

00:07:20: was wir jetzt im ersten Jahr auch wirklich bestätigen können.

00:07:23: Das heißt sie sind mit dem Angebot von Spargle wahrscheinlich ein bisschen später als viele landwirtschaftliche Kolleginnen und Kollegen, die Unterfodi anbauen.

00:07:32: Aber es ist tatsächlich so... Also man schmeckt das richtig?

00:07:35: Es ist ein geschmacklicher Unterschied.

00:07:37: Wie ist der intensiver?

00:07:38: Ist er...

00:07:39: Der ist geschmackslich schon intensiver.

00:07:41: Ja, richtig!

00:07:42: Der ist einfach auch etwas langsamer gewachsen nicht so getrieben.

00:07:45: Wir sind dadurch auch etwas später, das stimmt.

00:07:48: aber Die Leute geben uns recht irgendwo und sagen Nein wir kommen dafür extra hier hin und möchten den Spargel haben

00:07:56: Ist ja auch ein bisschen traditionell.

00:07:57: dann, so war es ja früher auch.

00:07:59: Spargel ist natürlich nicht das einzige was man hier auf ihrer Produktpalette sieht.

00:08:03: ich bin gerade reingefahren auf den Hof hab gesehen da gibt's noch einen kleinen Automaten.

00:08:07: also wenn sie mal nicht da sind dann kann man sich auch hier frische Produkte holen.

00:08:10: Was bieten Sie neben Spargeln noch alles an hier im Hofladen?

00:08:14: In der eigenen Produkte haben wir Tomaten, Gurkenpaprika Erdbeeren die auch auf Stelage stehen Kartoffeln Hühneeier Gänseeyer.

00:08:22: Im Winter machen wir sehr viel Feldsalat, also Winterprodukte halt draußen noch ein Würsingen Blumenkohl Gemüse.

00:08:31: Also wir haben eine sehr breite Palette.

00:08:33: was wir anbauen und was uns da noch fehlt das wird auch von benachbarten Gärtnereien noch zugeholt so dass wir wirklich neunzig Prozent was wir im Laden anbieten alles eigen oder hier aus der Region ist.

00:08:47: Ich habe gelesen irgendwo Was die Website oder hat's mir jemand erzählt, dass da wo der Hofladen jetzt ist früher ein Stall war?

00:08:56: Stimmt es.

00:08:56: Ja, also da war ich noch gar nicht hier auf dem Hof.

00:08:58: Das ist wirklich schon lange her aber früher war da noch Kuhstall.

00:09:03: und ja wir haben das dann irgendwann zu einem Aufenthaltsraum-Party-Raum Abstellraum umfunktioniert.

00:09:10: und als wir uns dann entschieden hatten den Hofladen zu bauen waren natürlich die Überlegung so wo machen wir denn jetzt hin?

00:09:16: Und da die Kinder damals noch sehr klein waren haben wir gesagt der muss möglichst nah am Haus sein sodass sich alles miteinander verbinden kann.

00:09:23: Und dann bot sich dieser Raum halt an, den haben wir da eine Nutzungsänderung beantragt und zum Hofladen umfunktioniert.

00:09:31: Haben wir nicht bereut weil es ist wirklich sehr nahe an unserem Wohnhaus.

00:09:36: man kann rein raus.

00:09:37: Es ist ja nicht immer permanent ein Kunde da und zwischendurch kriegt man dann auch vielleicht mal noch eben im Haus was erledigt?

00:09:44: Ich finde immer schön wenn man so einen Hofland hat und dadurch schlendert, man kriegt auf einen Schlag ganz viele Ideen.

00:09:49: was können wir heute mal zum Interessen machen.

00:09:52: Ist es so wie in die Kundinnenkunden zu ihnen kommen?

00:09:54: Und so rumgucken?

00:09:55: das hing... Ach Mensch!

00:09:55: Das könnte ich heute auch immer wieder kochen.

00:09:57: oder dass sie so ein bisschen beraten mal zur Seite stehen was man aus diesen frischen Produkten machen kann denn gerade ist Saisonale habe ich so den Eindruck.

00:10:04: das kommt schon zum Glück wieder so ein bißchen mehr ins Bewusstsein der Menschen beim täglichen Kochen.

00:10:09: Ja, auf jeden Fall.

00:10:11: Also ich möchte den Männern hier nicht zu nahe treten.

00:10:13: aber gerade wir haben viele ältere Herren die bei uns einkaufen kommen Und die dann wirklich schon mal nachfragen, nach Rezeptideen.

00:10:23: Die eine ganze Zeit lang sich erst nicht trauen und so nach ein paar Wochen dann sagen ach ich könnte ja eventuell auch mal das ein oder andere kochen.

00:10:31: Können sie mir noch sagen wie muss ich das denn zubereiten?

00:10:34: So kommt man halt auch ins Gespräch mit den Kunden.

00:10:38: aber man sieht auch oft jemand kauft einen und der nächste Kunde sagt achja das könnte ich auch mal wieder einkaufen weil der Vorkunde das all gekauft hat.

00:10:47: Das Bad hatte auf dem Zettel oder auf den Plan, aber die Idee ist dann halt geboren und auch die Kunden untereinander tauschen sich mit Rezepten aus.

00:10:55: Das ist manchmal selbst für mich ganz interessant da mal zuzuhören wie bereiten denn andere ihre Speisen denn zu?

00:11:02: Das ist echt schön so zu sehen.

00:11:05: Ja, es ist nicht nur ein reiner Einkauf.

00:11:07: Es ist teilweise auch ein Erlebnis hier bei uns im Laden zu sein.

00:11:11: Die Kinder können mit einkaufen und sehen die Produkte.

00:11:15: Man tauscht sich aus!

00:11:16: Das ist wirklich sehr schön so.

00:11:18: Interaktiv sozusagen, man tausche dann ein bisschen Rezette aus finde ich gut.

00:11:21: Lassen Sie uns da mal auf den Anbau schauen.

00:11:24: was macht das für sie aus?

00:11:25: Gemüse, Obst und auch andere Produkte also nicht anonym für irgendeinen Großmarkt zu erzeugen sondern direkt für die Menschen hier aus der Region.

00:11:34: Das was wir anbauen für den Großmarkt, da wären wir zum einen viel zu klein.

00:11:39: Also dann müssten wir hektarweise schon ein Treibhäuser bauen das nie so unser Ding war.

00:11:46: Es macht einfach auch Spaß so vielfältig etwas anzubauen.

00:11:48: Viele sagen immer wie kriegst du das alles unter einem Hut?

00:11:52: Die verschiedenen Kulturen.

00:11:54: Aber es passt irgendwo.

00:11:56: Und wie gesagt, man kann sich auf eigene Sorten spezialisieren die wirklich geschmacklich intensiver sind speziell für den Hofladen.

00:12:04: Die so für den Großhandel teilweise gar nicht so interessant sind weil man da auch schon ein bisschen mehr Geld verhaben muss.

00:12:12: aber das kann man dann halt nur in Sonnenische machen und es macht einfach Spaß!

00:12:15: Dann ist man heute Tomaten, dann ist man die Paprika an Flücken oder bearbeiten, dann hat man wieder eine Erdbeeren dran.

00:12:21: also das Vielfältige macht schon sehr viel Spaß.

00:12:24: Es gibt ja auch Tiere auf dem Hof.

00:12:25: Und ich kann mir vorstellen, gerade wenn ein Familien mit Kindern kommen dass die natürlich begeistert sind weil ich finde der Hofland ist toll ist die eine Sache.

00:12:32: aber mir geht es immer so wie nicht da noch Tiere sehen dann ist das perfekte Hoffeeling einfach da.

00:12:38: Wie kommt das?

00:12:39: Also welche Stimmung nehmen sie wahr?

00:12:40: denn die Kinder auf dem Land haben ja nur mal die große Chance oder auch die Möglichkeit die Tiere hautnah zu sehen.

00:12:46: und wenn man meiner Stadt ist wie Berlin Hamburg München in der Großstadt.

00:12:50: Da sind Kinder mal ganz erstaunt, finden sie dann auf einmal die Kuh wirklich hinter dem Gatter stehen sehen?

00:12:55: Die Ziegen über die Wiese flitzen lassen?

00:12:57: Ja das stimmt.

00:12:58: also wir legen schon Wert aufs Hof-Idyll.

00:13:01: Das soll ein Kompletterlebnis werden wenn man hier zu uns kommt.

00:13:05: Wir haben das Klettergerüst unserer Kinder nachdem Sie da rausgewachsen waren nochmal vergrößert damit die Kinder die hier zu und kommen Spielmöglichkeiten haben.

00:13:14: es sind Ziegen sich immer auf übern Kohlrabi blatt freuen und sofort am Zaun stehen, sobald jemand kommt.

00:13:20: Wir haben zwei Ponys wir haben Kaninchen wo man auch rein darf streicheln darf.

00:13:25: und wenn man unsere Rezessionen so liest da liest man auch schon mal das ein ganz toller Laden, ganz toler Betrieb.

00:13:31: nur einen Nachteil Wenn wir einmal da sind.

00:13:33: wir kommen dann nicht mehr weg.

00:13:36: die Kinder wollen da bleiben weil man sich halt einfach wohl fühlen soll.

00:13:40: bei uns

00:13:40: Aber ist ein tolles Kompliment

00:13:42: eigentlich.

00:13:43: Direktvermarktung hat sich ja in den vergangenen Jahren stark verändert, die Menschen erwarten regionale Produkte aber auch flexibler Einkaufsmöglichkeiten.

00:13:51: Alles soll ja schon bequem sein!

00:13:53: Wie wichtig sind denn für Sie moderne Angebote wie Verkaufsautomaten oder auch die längere Verfügbarkeit?

00:14:00: ist schon interessant.

00:14:02: Wir haben den Verkaufsautomaten hier bei uns am Hof in der Coronazeit angeschafft, wie wir alle wissen keine Kontakte und da konnte man halt prima ohne dass man uns sehen musste einkaufen.

00:14:13: aber er hat sich wirklich bewährt.

00:14:15: Wir hatten am Anfang überlegt ihn gar nicht hier im Hof zu hinzustellen sondern weiter weg.

00:14:20: und ja es steht aber eigentlich da perfekt weil es gibt tatsächlich Kunden die Ich finde das toll, am Automaten einzukaufen.

00:14:27: Wir können unsere Produktpalette erweitern weil wir noch einen Metzger in der Hütte stehen haben, der seine Produkte vom Grillfleischbeaufschnitt oder im Winter auch Grünkohl da anbietet.

00:14:40: Man kann halt vierundzwanzig sieben am Automaten einkaufen und es gibt halt auch Kunden, die zu unseren normalen Öffnungszeiten einfach den Weg nicht hierher finden oder halt absolut von der Zeit her nicht können.

00:14:51: Und auch die haben so die Möglichkeit, halt frische Eier Tomaten ja oder so weiter in irgendeiner Weise zu bekommen.

00:15:00: Die sind halt da nicht außen vor.

00:15:02: Ja und während der Spargelzeit haben wir natürlich auch noch Sonnen- und Feiertags von neun bis vierzehn Uhr geöffnet.

00:15:08: Das bringt die Spargelzeit natürlich ein bisschen mit sich.

00:15:10: Da muss man auch die Sonnenfeiertage offen haben, aber das ist ja eine begrenzte Zeit und es ist schon wichtig, dass man die Zeit den Leuten gibt, um noch sonntags nochmal einen Einkauf zu machen.

00:15:24: Ja und vor allen Dingen, es gibt ja nur auch mal so den Moment wo man denkt ach jetzt habe ich vergessen einzukaufen der Supermarkt dazu.

00:15:30: Gemüse, Obst, Supermarkt sehe ich eh sehr differenziert!

00:15:33: Ich hab so ein Erlebnis gehabt kann ich Ihnen gerade einmal erzählen.

00:15:35: Ich hatte mal Bären gekauft in einer großen Supermarktkette.

00:15:38: Die sahen ihn sich auf Plastikverpackung erstmal super aus.

00:15:42: Ich packe die auf und die zweite Schicht schimmelt ohne Ende.

00:15:45: Sie haben wahrscheinlich einen ewigen Transportweg hinter sich und ich glaube das ist ja das was wahrscheinlich das schlagkräftigste Argument ist überhaupt aus Land zu fahren oder?

00:15:53: Ja klar, also wir heute Morgen sind Tomaten geflückt worden.

00:15:56: Erdbeeren oder Kohlrabi geschnitten.

00:15:58: Die sind eine Stunde später liegen im Laden.

00:16:02: Also frischer geht's einfach nicht.

00:16:04: und was viele Kunden ganz gut finden die Tomate die hier am Anfang gekauft wird in der kleine Runde Juanita die sehr süß ist oder Angel kann man November auch noch mal hier kaufen.

00:16:15: es ist immer die gleiche Sorte.

00:16:17: wenn man einen Supermarkt vielleicht auch schon mal eine sehr gute Tomate bekommt ganz klar.

00:16:22: Aber es nächste Woche ist vielleicht wieder von einem anderen Gärtner oder eine andere Sorte und das ist hier nicht.

00:16:26: Man kann wirklich die ganze Zeit, die ganze Saison über die gleiche Sorte dann auch

00:16:29: kaufen.".

00:16:30: Jetzt haben Sie ein sehr vielfältiges Angebot Spargel, Gurken, Paprika also wirklich sehr, sehr viel!

00:16:36: Das heißt ja, es ist wahnsinnig viel Arbeit.

00:16:38: ich kann mir vorstellen früh aufstehen spät ins Bett gehen gerade in der Saison, gerade in einer Spargelsaison da brummt der Bär so schön wie man sagt.

00:16:44: Gibt es denn in der Wo Sie sich ganz besonders drauf freuen.

00:16:49: Irgendwie so eine Lieblings-Ernte, Lieblingstätigkeit Frau Schriebers?

00:16:54: Also ich brauche ja zum Glück gar nicht so viel mit die Ernten weil ich mir den Verkauf vollbegleitig beschäftigt bin hier.

00:16:59: aber für mich ist es ehrlich gesagt hört sich vielleicht ganz banal an aber schon mal ganz schön wenn ich einfach im Tomatenhaus mal die Blätter schneiden darf Mal durchflücken darf.

00:17:09: das ist für mich ne Tätigkeit.

00:17:11: Ich sehe sofort was ich geleistet habe.

00:17:12: Es sieht direkt wieder schön aus vernünftig aus Und ja, ich will es nicht kleinreden.

00:17:18: Aber es ist dann mal kurz Kopfausschalten einfach nur durcharbeiten und Mal runter kommen das ist für mich entspannung

00:17:25: Wie sie zwei Nachts erschriebers

00:17:27: Spezielles Produkt könnte ich nicht sagen.

00:17:29: aber alle Produkte die ihre Saison haben und wenn die Saison anfängt Die erste Erdbeere da echt man nach Da kommt der erste Korabi im Gewächshaus, die erste Tomate wird rot.

00:17:40: Da gehe ich schon durch den Bestand und da ist eine Rote!

00:17:42: Da weiß ich auch, nächste Woche geht es los und da echt man einfach hinterher.

00:17:46: Und das finde ich... Die Leute sollten auf die Saison achten mal wieder.

00:17:52: Das wissen sie im Supermarkt gar nicht.

00:17:55: Da ist immer alles verfügbar aber wann kommen möglichmal die ersten Erdbeeren oder die ersten Tomaten?

00:18:01: Dann sollte man vielleicht mehr davon verzehren.

00:18:04: Und zur anderen Sorge im Winter gibt es halt andere Produkte.

00:18:07: Man schmeckt das einfach, ne?

00:18:08: Es ist viel, viel geschmacksintensiver finde ich.

00:18:10: die Erdbeeren, die jetzt schön reif sind und die schmecken halt anders als die gefühltes ganze Jahr über dem Supermarkt liegen.

00:18:16: Wenn Sie mal so ein bisschen nach vorne schauen Was wünschen sie beide sich denn für den Schriebershof?

00:18:21: geht es darum Ja, ich sag mal das Gewachsene hier zu bewahren?

00:18:25: oder haben Sie schon wieder neue Ideen im Kopf wie es so in den nächsten Jahren Jahrzehnten weitergehen soll?

00:18:31: Wir möchten das natürlich bewahren was da ist weil das halten wir für gut.

00:18:35: Was wir uns momentan aufgebaut haben aber es muss wird soll auch weiter ausgebaut werden werden.

00:18:42: ob noch weitere neue Produkte dazu nehmen weiß Ich nicht so genau Aber Wir wollen den Hof natürlich schon zukunftsfähig halten.

00:18:55: möchten, die vielleicht auch mal in den Betrieb einsteigen.

00:18:59: Der eine geht jetzt erst einmal noch zur Meisterschule.

00:19:01: also sie sind doch nicht ganz so weit dass man sagen kann So ja wir machen das jetzt.

00:19:06: aber unser Traum wäre natürlich schon wenn Wir haben jetzt viel Arbeit und Herzblut da reingesteckt es aufzubauen Wenn es einer weiterführen würde.

00:19:14: wir sind selber noch relativ jung.

00:19:17: nur Ja Es ist halt nicht von heute auf morgen übergeben alles und man muss da rein wachsen.

00:19:22: Und das Wichtigste ist, man muss dahinter stehen und man muss es wollen.

00:19:26: Also es ist kein Job wo man sagt so da fahre ich jetzt mal morgens um acht hin und damit aus um vier lasse ich den Griffel fallen funktioniert bei uns nicht.

00:19:35: Man muss wirklich mit Herzblut dabei sein.

00:19:37: Man kann hinter dem Produkt stehen, hinter dem stehen was man tut und man muß es einfach gerne machen und dann funktioniert das Ganze auch.

00:19:45: Das wäre schön, wenn die Kinder es weitermachen.

00:19:47: Wenn nicht?

00:19:48: Wir werden da keinen zwingen auf gar kein Fall weil das hat überhaupt gar keinen Zweck wenn es einer machen muss.

00:19:54: Wenn muss man es machen wollen.

00:19:56: Gibt es denn schon so eine kleine Vorahnung?

00:19:58: also kommt schon mal was von den Kindern die sagen Boah toll!

00:20:00: Also will ich irgendwann auch mal machen.

00:20:02: Manchmal gibt's ja schon mal so eine Andeutung Ja

00:20:05: doch noch nicht so richtig.

00:20:07: vielleicht möchten sie mir bisschen die Hühner ein bisschen erweitern Landwirtschaft mäßig noch ein bisschen etwas machen das kommt schon Mal Gartenbau.

00:20:16: Ja, die sind auch noch sehr schleppere fixiert, vorwärts mal auf Schlepper sind und sehen unsere Arbeit was mehr Handarbeit ist war ich ganz ehrlich damals nicht anders.

00:20:26: aber irgendwann lernt man doch schon ein bisschen zu schätzen was dahinter steckt und dass sich da auch irgendwo lohnt.

00:20:32: Aber wie meine Frau schon sagt es muss einfach Spaß machen.

00:20:35: Die paar Stunden die man vielleicht mehr arbeitet glaube ich sie sind nicht schlimm.

00:20:39: wenn man die Arbeit gerne macht dann geht die Zeit wie im Fluge.

00:20:42: Nicht schlimmer ist, wenn man irgendein Job macht den man nicht gerne macht und nur auf der Uhr schaut wann ist denn endlich Feierabend?

00:20:47: Und ich finde das muss man auf jeden Fall schon mitbringen.

00:20:50: Auf jeden Fall!

00:20:51: Der Spaß gehört dazu.

00:20:53: Wenn jemand jetzt gerade diese Podcastfolge hört und denkt Mensch Da will ich auch mal hin zum Schriebhaushof.

00:20:58: Was würden Sie sagen, also warum lohnt es sich besonders gerade jetzt zu Ihnen rauszukommen hier in Wachtendon?

00:21:03: Ja die

00:21:03: Hülle und Fülle der Produkte im Moment!

00:21:05: Also wir sind in der Haupterntephase.

00:21:09: alles ist jetzt reif und schmeckt natürlich wenn's reif is am besten dadurch dass das ja halt wie oft gesagt jetzt regional saisonal hergestellt.

00:21:18: Ja, man kann halt aus der Fülle schöpfen.

00:21:21: jetzt richtig.

00:21:21: Die Tomate Gurke Paprika Erdbeere alles ist frisch geerntet.

00:21:27: ja es geht jetzt voll los im Winter.

00:21:30: klar gibt's auch die Produkte aber alles halt zu seiner Zeit.

00:21:35: dann freut sich dann auch irgendwann wieder mal auf den Kohl oder auf die Eintöpfe im Winter Aber jetzt im Frühjahr.

00:21:42: ich finde das ist einfach das schönste wenn in die frischen Beeren losgehen und Man hat halt die Vielfalt.

00:21:49: Ja, ich glaube jetzt läuft auch ganz vielen Hörerinnen und Hörern schon das Wassermund zusammen Und die schnappen sich schon in die Einkaufstasche.

00:21:55: Wir werden in den sogenannten Shownotes zu dieser Episode nochmal Die genaue Adresse natürlich nennen wo man sie erfindet in Wachendonk die Öffnungszeit und der Schöne ist ja Sie haben es gerade selber gesagt selbst wenn man es zu den Öffnungsteiten nicht schafft Der Automat steht direkt an ihrer Zufahrt hier.

00:22:12: Es hat sehr viel Spaß gemacht mit Ihnen, Bernd und Ute Schriever.

00:22:14: Ich freue mich sehr, dass ich zu Gast sein dürfte und wünsche Ihnen noch eine schöne Saison, ja und weiterhin vor allen Dingen soviel Begeisterung für Ihren Beruf – das merkt man richtig!

00:22:22: Vielen Dank!

00:22:23: Alle Teller leer?

00:22:24: Na dann, Podcast abonnieren und in der nächsten Folge direkt weiterschlemmen und schwelgen.

00:22:29: Frisch-und verwurzelt.

00:22:31: Hofgeschichten vom Niederrhein.

00:22:33: Der Podcast über Direktvermarkter aus unserer Region.

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